Cool bleiben wenn es brenzlig wird – mein Tipp für mehr Gelassenheit

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Vielleicht bist du auch so ein Mensch. Wenn ich mein vertrautes Umfeld habe, meinen Alltag steuern und planen kann, im Großen und Ganzen weiß, was mich in nächster Zeit erwartet, bin ich tiefenentspannt. Bin völlig ausgeglichen und kann somit meine Aufmerksamkeit wohlwollend anderen Menschen oder Aufgaben schenken. Ich bin in meinem FLOW. So ist aber Leben nicht. Manchmal ist es eine Meinungsverschiedenheit oder ein Missverständnis, das sich zu einem Streit auswächst. In angespannten Lebenssituationen wie jetzt gerade, wo sich für viele Familien die Lebenssituation völlig verändert hat. Zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung/ Schooling  schlagen die Wogen zwischen uns und unseren Lieben schneller hoch als sonst. Das ist menschlich und total verständlich. Wie haben unsere Struktur, unseren Halt verloren.

Was heißt nun „Die Wogen schlagen hoch“? Da drückt jemand oder etwas unsere Knöpfe, kommt ganz zufällig und unbeabsichtigt dran … merkt es vielleicht nicht einmal. Aber wir reagieren mehr oder weniger heftig. Uns wird innerlich heiß, das Herz fängt an zu rasen oder wir fühlen die sprichwörtliche Faust in der Magenkuhle. Wir fühlen uns ungerecht behandelt, nicht gesehen, nicht verstanden.

Mein schlimmster Triggerpunkt wird berührt, wenn ich aus einer ungeklärten Situation/Streit heraus ignoriert werde. Ich meine damit, die Einstellung der Kommunikation – Bild und Ton.
Ein Paradebeispiel aus meiner Geschichte ist ein schon mehrere Jahre zurückliegender Hochzeitstag. Aus einem Grund, der mir heute nicht mehr einfällt, geraten wir in Streit – Funkstille.  Mein Mann ging in den Garten und kam  vorläufig nicht wieder. Ok, Zeit, uns zu beruhigen.
Erst als wenig später bemerkte ich bewusst, dass er mich aus der Unterhaltung ausschloss. Kein Blickkontakt – NULL. So verging unser Hochzeitstag, den mein Mann mit seiner Enkeltochter verbrachte und ich traurig aber lesend.
Ich wusste, dass mein Schmerz über sein Verhalten überhaupt nichts mit ihm zu tun hatte. Sein Rückzug war seine damals beste Strategie mit der Situation umzugehen. Eine bessere Lösung kannte er für sich/ uns nicht. Mein Gefühl von Bestrafung war MEIN Gefühl und von ihm nicht beabsichtigt.

Woher kam aber mein Gefühl?
Kurz gesagt: Unser Gehirn funktioniert in Schubladen. Wenn sich frühere Situationen wiederholen, kramt unser Gehirn alte Gefühle hervor und wir reagieren dann meist auch wie früher.
Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich meinem Auslöser auf die Schliche kam. Erst vermutete ich, dass er aus der Schulzeit stammt. Aber nein, es ist ein gaaaanz altes Gefühl, das mir meine Mutter mitgegeben hat.
Wenn sie sich über mich geärgert hatte, übersah sie mich einfach. Manchmal Tagelang, es gab auch kein „Gute Nacht“. Das war für mich damals extrem schmerzhaft und wenn mir heute ähnliches passiert, fühle ich mich wieder wie das kleine Mädchen von damals. Zum Glück nur noch kurz 😊

Gefühle wollen gefühlt werden hat ein weiser Professor einmal in einem Seminar so treffend gesagt. Uns so ist es auch. Wenn wir uns Aufmerksamkeit und Verständnis schenken, uns  freundlichschaftlich behandeln, stellt sich Entspannung ein. Wenn wir unser kleines Mädchen/ unseren kleinen Jungen trösten und ihm als Erwachsene zur Seite stehen. Ein wundervolles Mantra habe ich bei Kristin Neff gefunden. Immer, wenn etwas schiefläuft, wenn etwas/jemand  deine Knöpfe kannst du dir Mitgefühl schenken und so gelassener bleiben.

Dies ist ein Moment des Leidens.
Leiden gehört zum Leben.
Möge ich in diesem Moment freundlich zu mir selbst sein.
Möge ich mir das Mitgefühl schenken, das ich brauche.“

Wenn du deine Triggerpunkte entlarven willst und beim Herausfinden Unterstützung oder Begleitung beim Umgang mit ihnen wünschst, melde dich gern oder
Mobil: 0178/ 45 74 259

Herzlichst,

Katrin

Das Buch „Selbstmitgefühl“
Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden
erschien im kailash Verlag

Die Möglichkeit, ein Spätblüher zu sein

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Meine Zeit kommt jetzt  – Warum viele Talente erst in der Lebensmitte reifen  (Beitrag von Annette Schäfer)
Den Beitrag habe ich letztens in der Ausgabe 09/2020 der Zeitschrift „Psychologie heute“ gefunden. Er hat mir ausgespochen gut gefallen.

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass sich Menschen sehr unterschiedlich entwickeln. Leider wird trotzdem ein bestimmtes Entwicklungstempo erwartet, das beginnt schon im frühen Kindesalter. Wenn das Gürkchen nicht durch einen bestimmten Ring passt, wird sortiert, der weitere Weg entsprechend angepasst. Erst vergleichen und beurteilen die Eltern, später Erzieher und Lehrer …
Als junge Erwachsene wird oft innerhalb der Familie oder aufgrund von Eignungstests entschieden, welche Richtung eingeschlagen wird.
Wie geht’s weiter: Ausbildung oder Studium, welcher Beruf, welche Studienrichtung. Danach Jobsuche, weil es ja Wünsche gibt, Wohnung, Familiengründung, Urlaub, Auto … Ein Zufriedenheitscheck wird nicht gemacht. Eine Klientin formulierte es einmal so „Es fühlt sich irgendwie falsch an, so kann doch nicht mein ganzes Leben sein“.

Es braucht Zeit und den Blick nach innen um herauszufinden, was wirklich in einem schlummert. Die Erkenntnis des eigenen Tempos und dessen Wertschätzung.

Im Beitrag stellt die Autorin verschiedene Entwicklungstypen vor. Die Unterscheidung in Frühblüher, Spätblüher und Wiederholungsblüher finde ich passend.
Meine Jüngste ist definitiv ein Frühblüher. Schon bald nachdem sie laufen konnte hatten es ihr die Pferde angetan. Und das ist auch heute noch so. Unzählige Stunden hat sie im Pferdestall oder auf den Reitplätzen verbracht und die Wochenenden auf Reitturnieren. Ich musste sie nie zum Shoppen begleiten, von einer Disco abholen oder so. War alles kein Thema für sie und entspannt für uns als Eltern.
Auch ihre asthmatische Erkrankung konnte sie nicht davon abbringen, diesen Weg beruflich weiterzuverfolgen. Heute trainiert sie Pferde und Reiter, wobei ihr der wertschätzende Umgang, das Miteinander ganz besonders am Herzen liegt. Ihr Motto „Pferd und Reiter sind ein Team. Nur wenn die Beziehung zwischen den beiden intakt ist, werden sie auch zusammen erfolgreich sein“. Wie intakte Beziehung aussieht, sehe ich in ihrem Gesicht, wenn sie auf einem Pferd sitzt. Ich glaube, es wird FLOW genannt.

Meine Große ist definitiv ein Spätblüher. Schon in der Kindheit probierte sie verschiedene Sportarten aus. Auch das anfängliche Interesse am Musizieren ebbte bald ab. Nach verschiedenen Praktika absolvierte sie zwei Ausbildungen und hatte verschiedene Jobs. Ich muss nicht erwähnen, wie sehr mir das als Mutter zu schaffen machte. Bei nichts blieb sie am Ball, machte vieles nur halbherzig und aus der Notwendigkeit heraus. Das belastete unsere Mutter-Tochter-Beziehung mächtig. Ich war extrem besorgt, ob sie „ihr Leben je auf die Reihe“ bekommen würde. Ob das Gürkchen je durch den Ring passen würde. Eine Orientierung zeichnete sich ab, als sie die Tätigkeit als Immobilienkaufffrau aufnahm. Aber, falsch gedacht.
Jetzt, als junge Mutti hat sie ihr Interesse an der frühkindlichen Entwicklung entdeckt, verschlingt alles, was sie zu lesen in die Finger bekommt. So viel Lerneifer hatte ich bisher an meiner Tochter noch nie entdeckt. Als sich die Ablehnungen für einen Kita-Platz häuften flatterte ein Angebot für die Ausbildung zur Tagespflegeperson ins Haus. Das war es dann. Seit dem 01.09.2020, also seit gestern, gibt es ihre Kindertagespflege „Kleine Wunder“ in Elmshorn. Sie schein angekommen und blüht förmlich auf.

Gehörst du vielleicht auch zu den Spät- oder Wiederholungsblühern, die sich im „reiferen Alter“ auf den Weg machen, um ihre Berufung, ihr Herzensthema zu finden? Wenn Du Hilfe beim Herausfinden oder Begleitung bei der Verwirklichung deines Herzensthemas brauchst, melde dich gern bei mir. Tel.: 0178/ 45 74 259